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DGSFDeutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V.

FST Halberstadt Buchhornstraße 1
38820 Halberstadt

Institut für Fortbildung, Supervision & Familientherapie

Tel.: 03941/603599

Programm - Workshops

Fachtagung des FST Halberstadt und der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie

Workshops (Donnerstag 13.30 - 15.00 Uhr)

„Zur klinischen Nützlichkeit der systemischen Therapie der ADHS -  Erfahrungen aus der systemischen Praxis.“
(Dr. Helmut Bonney, Heidelberg)

Stimulierende Medikamente wie Ritalin® oder andere Amphetamin-Präparate können Kinder mit einer ADHS nicht gesund machen. Die Systemische Therapie möchte die Komplexität der Störung erfassen und dem Kind die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Handlungsplanung und Impulskontrolle vermitteln. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die Entwicklung der Familie und die Wechselwirkungen zwischen den Handlungen der Familienmitglieder und man versucht hier,  Musterveränderungen zu bewirken. Der veränderte Umgang miteinander erweist sich als lösungswirksam. Einige bewährte Herangehensweisen aus der systemischen und familientherapeutischen Praxis, die modifiziert auch für Erziehung und Jugendhilfe hilfreich sind, werden vorgestellt und diskutiert.

“Systemische Beratung von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung in Einrichtungen der Behindertenhilfe.“
(Hans Worthmann, Gatersleben)

Lange Zeit galt die Systemische Beratung von geistig behinderten Menschen als unmöglich. Die praktische Erfahrung zeigt, es geht doch. Vorgestellt werden wissenschaftliche Erkenntnisse der beraterischen Arbeit mit intellektuell beeinträchtigten Menschen und konkrete Vorgehensweisen, die sich in der beraterischen Praxis in der Behindertenhilfe bewährt haben.

„Führen und Folgen in Balance – eine neue Beziehungsqualität in Beratung und Erziehung mit Übungen des Tai Chi erfahren“
(Martin Neumann, Berlin)

Die Wirksamkeit von Erziehung und Beratung hängt zu einem großen Teil von der Beziehung zwischen Erzieher / Berater und seinen Klienten ab. Um die Beziehung flexibel zu gestalten bedarf es sowohl der Fähigkeit, den Klienten zu führen als auch diesem zu folgen. Beide Haltungen sind in Balance zu bringen und genaustens auf den Klienten abzustimmen. Im Workshop wird mit Partnerübungen aus dem Tai Chi diese Fähigkeit überprüft und weiterentwickelt.

Systemische Teamleitung – Teams leiten, die sich selbst leiten, wie geht das?
(Frank Natho, Halberstadt)

Das systemische Konzept selbstlernender Teams geht davon aus, dass Teams sich unter gewissen Umständen selbst leiten. Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind nötig, um Selbstlernprozesse im Team anzuregen und die Entwicklungsressourcen des Teams zu aktivieren? Welche Rolle spielt dabei der Leiter und welche praktischen und kommunikativen Instrumente stehen ihm zur Verfügung? Im Workshop werden diese Fragen beantwortet und die Grundzüge des Konzepts „selbstlernender Teams“ vorgestellt.

Familienbiographik, ein hilfreiches Konzept im Rahmen systemischer Diagnostik - Teil 1
(Dr. Rainer Adamaszek)

Die Familienbiographik ist ein familientherapeutisches Konzept, das im psychotherapeutischen Kontext entwickelt wurde und sich als hilfreich auch für die Erziehung und Beratung erwiesen hat. Es ist geeignet, im Rahmen systemischer Diagnostik und Interventionsplanung drei lebensgeschichtliche Fragen zu beantworten: Warum gerade jetzt? Warum gerade hier? Warum gerade so? Die Antworten geben familiären Konflikten und psychischen Störungen eine neue Bedeutung und fördern die Lösungsorientierung. Im Workshop werden das Konzept und die Methode dargestellt. Die Teilnehmer können den praktischen Wert der Familienbiographik unmittelbar an eigenen Erfahrungen überprüfen.

Workshops (Donnerstag 15.30 - 17.00 Uhr)

Eltern und Betreuer/innen als Ressource in Heimerziehung.
(Iris Winkelmann, Buxtehude)

Heimerziehung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Jugendhilfe. Seit zwei Jahrzehnten versucht man auch hier systemische Konzepte zu implementieren und Ressourcen als Grundlage für Erziehungsarbeit zu nutzen. Zeit, mal genauer zu prüfen, welche Ressourcen sich tatsächlich als nützlich erwiesen. Im Rahmen einer Dissertation wurden verschiedene Einrichtungen unter die Lupe genommen und Erzieher sowie Jugendliche zu ihrem Erleben hinsichtlich ressourcenorientierter Arbeit befragt. Die Ergebnisse werden im Workshop vorgestellt und diskutiert. Sie schärfen den Blick für die wirklich hilfreichen Ansätze in der Heimerziehung.

Wenn die Erziehungsberatung zur Strafe wird – gerichtsnahe Beratung systemisch gestaltet.
(Claus Hild, Erfurt)

Die gerichtliche Verpflichtung der Eltern zu Erziehungsberatung soll schon bald eine Möglichkeit sein, auf drohende Kindeswohlgefährdung zu reagieren. Da in einigen Beratungsstellen die "gerichtsnahe Beratung" bereits praktiziert wird, können andere von diesen Erfahrungen profitieren. Die Herausforderung lautet: Wie lassen sich Beratungsprozesse gestalten, dass sie sowohl dem Klienten, der Jugendhilfe und auch der Justiz gerecht werden? Was ist bei der Zusammenarbeit zu beachten und welche Möglichkeiten bietet systemische Beratung gerade hier? Diese und andere Fragen wird der Referent vor dem Hintergrund jahrelanger Erfahrung in gerichtsnahen Beratungsprozessen im Workshop beantworten.

Das Umfeld von Menschen mit autistischer Störung gestalten.
(Eileen Greunke, Halberstadt)

Autismus entsteht bei veränderten Stoffwechselprozessen im Gehirn, die dazu führen, dass Wahrnehmung und Informationsverarbeitung anders ablaufen als bei nichtautistischen Menschen. Man kann ihnen helfen, indem man ihre Umwelt so gestaltet, dass sie sich darin besser zurechtfinden. Dafür ist es notwendig, eine Ahnung davon zu entwickeln, wie autistische Menschen sich und ihre Umwelt erleben. Im Workshop werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu den gestörten Wahrnehmungs- und Informationsprozessen und zu hilfreichen Vorgehensweisen in Erziehung und Beratung von autistischen Menschen vermittelt.

Systemisches Arbeiten mit Älteren
(Dr. Janine Born, Kiel)

Der Begriff der „alternden Gesellschaft“ ist längst allgegenwärtig. Die heutigen älteren Menschen gelten als eine Generation, die erstmals ein hohes Lebensalter erreicht und eine lange Zeit ihres Lebens in der Phase der Pensionierung lebt, sehr viele Lebensphasen ihrer Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder miterlebt. Dennoch bedürfen immer mehr ältere Menschen psychotherapeutischer Hilfe aufgrund von vermehrten Konflikten zwischen den Generationen, Rollenverlusten oder Eheproblemen. Auch die Scheidungsrate unter älteren Ehepaaren hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Nicht zuletzt ist die Vorstellung vom Älterwerden häufig negativ behaftet und führt zu psychischer Belastung. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele wird im Workshop vorgestellt, wie der systemische Ansatz genutzt wird, um speziell mit älteren Menschen und deren Bedürfnissen zu arbeiten, welche Hürden und Chancen hierbei entstehen können. Der eigene Umgang mit dem Thema „Alter“ wird reflektiert und diskutiert.

Familienbiographik, ein hilfreiches Konzept im Rahmen systemischer Diagnostik - Teil 2
(Dr. Rainer Adamaszek)

Workshops (Freitag 13.30 - 15.00 Uhr)

„Wir haben so viel geschafft!“ - Systemisches und ressourcenorientiertes Arbeiten mit Eltern von behinderten Kindern
(Cornelia Tsirigotis, Aachen)

Die Behinderung eines Kindes bringt das Leben der ganzen Familie durcheinander, wird wie ein neues Familienmitglied zum Mittelpunkt in der Familie und setzt eine ganz neue Dynamik in Gang. Die Familie ist belastet und sieht sich vor eine Vielfalt neuer Anforderungen gestellt, die zusätzlich zu den “normalen” Familienaufgaben zu bewältigen sind. Systemische Perspektiven und eine konsequente Orientierung an Ressourcen machen diese Dynamiken und komplexen Zusammenhänge transparent und sind für Familien wie für Hilfeanbieter hilfreich, die Stärken der Familie und des Kindes (wieder) zu entdecken, wertzuschätzen und zu stärken.

Systemische Sicht- und Herangehensweisen in Beratung und Erziehung von Jugendlichen, die alkoholabhängiges Verhalten zeigen.
(Jan-H. Obendiek, Magdeburg)

Die Zahl der Jugendlichen, die alkoholmissbräuchliches Verhalten zeigen, hat in den letzten Jahren wieder zugenommen und gerade Jugendliche sind besonders suchtgefährdet. Die systemische Beratung und Therapie hat über viele Jahre hinweg Sichtweisen auf das Phänomen Abhängigkeit entwickelt, die teilweise außerhalb des klassischen pathologischen Verständnisses liegen und neue Herangehensweisen in der Beratung und Erziehung von suchtgefährdeten Jugendlichen ermöglichen. Einige dieser Sichtweisen und bewährte Handlungsstrategien werden im Workshop vorgestellt.

Arbeit(s) los, was nun?
(Beate Jaquet, Paderborn & Stephan Dietsche)

Immer wieder verlieren Menschen ihren Job bzw. erhalten erst gar keine Chance einen solchen auszuüben. Sie werden dann in so genannten Qualifizierungsmaßnahmen bei Bildungsträgern im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit oder deren Nachfolgeeinrichtungen geschult. Als systemisch arbeitende Supervisoren haben wir in der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen die praktische Erfahrung gemacht, dass durch systemisches Arbeiten und Supervision diese Personengruppe qualifiziert und gezielt gefördert werden kann. Erste Ergebnisse werden im Workshop vorgestellt und diskutiert.

Familientherapie im Zwangskontext bei Kindeswohlgefährdung
(Astrid Wilhelm, Frankfurt/O. )

Kindeswohlgefährdung in Folge von Misshandlung von Kindern spielt sich in der Regel in der Familie sowie im sozialen Nahraum ab. Sie stellt in unserem Rechtssystem in erster Linie einen juristisch zu behandelnden Straftatbestand dar und ist erst in zweiter Linie therapiebedürftig. Die Familiendynamik, die letztlich zum Übergriff geführt hat, bleibt bei einer ausschließlich juristischen Betrachtungsweise unverändert und der Zugang zu Interventionsmöglichkeiten ungenutzt. Durch das Wissen um diese begünstigenden Faktoren, das Verstehen von Familien und der ihnen zugrunde liegenden Familiendynamik können professionelle Helfer jedoch gezielt Einfluss nehmen. Die Arbeit im Zwangskontext ist erforderlich, um die Mitwirkung der Familien zu erreichen.

Chancen und Möglichkeiten der Vernetzung von Traumapädagogik und -therapie in der Arbeit mit (auch lern- und geistig behinderten) Kindern und Jugendlichen.
(Gabriele Kluwe-Schleberger)

Im Workshop wird ein disziplinübergreifendes Konzept für die traumapädagogische Arbeit und Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt, durch welches eine professionelle Bearbeitung der Nahtstelle zwischen Pädagogik und Therapie sowie weiterer am Prozess Beteiligter möglich wird. Durch diese traumaspezifische Herangehensweise wird betroffenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet, neue Wege der Persönlichkeitsentfaltung und -verwirklichung zu gehen.

Effektive Verfahren aus der "Tool-Box" zur emotionalen Selbstregulation
(Peter Uwe Hesse)

In pädagogischen, beraterischen und psychotherapeutischen Prozessen finden sich zunehmend KlientInnen, die ihre Impulse schlecht regulieren können. Gewalt und Aggressionen sind oft die imposantesten Impulskontrollstörungen! Jedoch gibt es viele schlecht steuerbare Impulse: Eifersucht, Neid, sexuelle Triebhaftigkeit, Grübeln, diverse Suchtentwicklungen, Gedankenexzesse und vieles mehr. Der eigentlichen Behandlung - wie auch immer orientiert - müssen hier Maßnahmen vor- und nebengeschaltet werden.
Jeder der in einem dieser Kontexte arbeitet, muss seinen KlientInnen schnelle und effektive Methoden, Techniken und Strategien vermitteln können, die bessere Impulskontrolle ermöglichen. Der Gedanke der "Tool-Box" ist die Sammlung von Techniken der Impulskontrolle aus körperorientierten Methoden, Hypnotherapie, Imaginativen Verfahren und energetisch-psychotherapeutischen Verfahren. In diesem Workshop lernen Teilnehmer einiges aus der Box kennen und erfahren Hintergründiges und Beispielhaftes.

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